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Was bedeutet Naturhufpflege? Gibt’s jetzt auch schon „Bio-Schmiede“?

Worin besteht der Unterschied zwischen der Naturhufpflege und der Barhufbearbeitung durch einen Schmied? Kann mein Schmied das auch?

Warum sind artgerechte Haltungsbedingungen eine Grundvoraussetzung, damit mein Pferd gesunde, leistungsstarke Barhufe bekommen kann?

Warum sollte ich meinem Pferd die Eisen abnehmen oder es von den Naturhufpflegern ausschneiden lassen, wenn es doch völlig gesund ist?

Warum sind so viele Pferde beschlagen oder laufen mit Hufschuhen, wenn das gar nicht nötig ist?

Mein Pferd lebt im Offenstall, war noch nie beschlagen und kann dennoch nicht gut auf hartem und/oder geschottertem Boden laufen. Warum?

Mein Pferd kann nicht barfuß laufen, die Hufe brechen aus und es geht lahm! Wie soll ich das verhindern?

Warum haben Pferde, die nach der Naturhufpflege bearbeitet werden, so oft kurze Trachten?

Wenn das alles stimmt, dann sind ja mehr als 95 % aller Pferde krank, oder?

Warum läuft mein Pferd mit Eisen besser als barfuß, wenn das doch „falsch“ sein soll?

Warum laufen viele Pferde, denen die Eisen abgenommen werden, plötzlich so viel schlechter als vorher?

Warum seid ihr Naturhufpfleger so viel teurer als Hufschmiede?

Wie lange würde es dauern, bis mein Pferd auch auf Schotterwegen barfuß laufen kann?

 

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Was bedeutet Naturhufpflege? Gibt’s jetzt auch schon „Bio-Schmiede“?

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Unter Naturhufpflege versteht man eine möglichst naturnahe Hufbearbeitung nach dem Vorbild der Wildpferdehufe. Jedes Pferd ist in der Lage, seinen individuellen, gesunden und leistungsfähigen Barhuf zu entwickeln! Der Mangel an Hornabrieb (resultierend aus der Bewegungseinschränkung unserer domestizierten Pferde) und die oft nicht artgerechten Lebensbedingungen legen den Grundstein für Huferkrankungen, Deformationen und Fehlstellungen. Naturhufpflege ahmt den natürlichen Abrieb nach, beugt Huferkrankungen vor und/oder hilft deformierten Hufen, ihre natürliche Form zurück zu erlangen. Dadurch wird es auch für Dein Pferd möglich, gesunde, leistungsstarke Barhufe zu entwickeln. So, wie sie die Natur vorgesehen hat! Naturhufpflege beinhaltet ein ganzheitliches Konzept, welches nur mit Optimierung von Haltungsbedingungen, Bewegungsmenge, Fütterung, usw. gesunde Hufe und ein leistungsstarkes Pferd erzielen kann.

 

Worin besteht der Unterschied zwischen der Naturhufpflege und der Barhufbearbeitung durch einen Schmied? Kann mein Schmied das auch?

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Der entscheidende Unterschied liegt im Inhalt der Ausbildung. Der Hufschmied lernt in seiner Ausbildung sehr viel über das Beschlagen, Schmieden von Hufeisen, Verwendung von Spezialbeschlägen und alles, was damit zusammen hängt. In vielen Bundesländern ist eine abgeschlossene Ausbildung im Metallbau für diesen Berufszweig Voraussetzung. Über die Barhufbearbeitung lernt er in der Regel fast nichts. Daraus resultiert, dass die Barhufbearbeitung der meisten Schmiede so aussieht, als würde der Huf für ein Hufeisen vorbereitet werden. Was oft zur Folge hat, dass die Funktionalität der Hufe eingeschränkt wird und Probleme entstehen.

Als Naturhufpfleger haben wir ungefähr zehnmal soviele Stunden wie ein Schmiede-Azubi damit verbracht, die Barhufbearbeitung, Funktionsweise der Hufe, Anatomie und Zusammenhänge im  gesamten Organismus zu begreifen und anzuwenden. Das Beschlagen war nicht Teil der Ausbildung. Wir haben gelernt, den Huf so zu bearbeiten, dass er von alleine in seine natürliche Form zurück findet und damit auch wieder gesund und leistungsstark werden kann. Dafür ist eine lange Ausbildungszeit notwendig. Wenn man das gelernt hat, braucht man den Hufbeschlag nicht mehr, denn er ist unnötig geworden. Während der Hufschmied fast alle Probleme, die am Barhuf auftreten, mit einem Beschlag lösen möchte, handhaben wir es umgekehrt – wir lösen die Probleme, die durch den Beschlag entstanden sind, mit der Barhufbearbeitung.

Wenn wir etwas erklären, werden wir oft gefragt, warum Hufschmiede und auch Tierärzte das nicht wissen. Fakt ist, dass die neuen Erkenntnisse der Barhufbearbeitung nur sehr langsam bis an die Universitäten, Hochschulen und Lehrschmieden durchsickern. Leider ist es auch oft so, dass die Menschen Sofortlösungen für ihre Probleme erwarten und nicht mehr die Zeit haben, Krankheiten auszukurieren. So wie es heute üblich ist, bei der kleinsten Erkältung Antibiotika zu nehmen und weiter zu arbeiten, so erwarten auch viele Pferdebesitzer vom Hufschmied und Tierarzt, dass sie ihrem Pferd SOFORT helfen.

Wenn ein Pferd krank ist, ist es krank. Wir Menschen können es nicht gesund machen. Wir können ihm nur helfen, von alleine wieder gesund zu werden, indem wir die Ursache für die Krankheit finden und beseitigen.

 

Warum sind artgerechte Haltungsbedingungen eine Grundvoraussetzung, damit mein Pferd gesunde, leistungsstarke Barhufe bekommen kann?

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Als Steppentier pilgert das wildlebende Pferd seit 60 Millionen Jahren täglich 20 - 30 km barfuß problemlos in JEDEM Tempo über JEDEN Boden zwischen Ruheplätzen, Weide- und Wasserstellen hin und her und gehört damit zum Fernwanderwild. Das tut es, um zu überleben. Sein gesamter Organismus ist an diese Bedingungen (wechselndes, ständiges Futterangebot, Unmengen an Bewegung in natürlicher Körperhaltung (Kopf tief), Hufbäder an der Tränke) perfekt angepasst und auf die natürlichen Reize wie Temperaturschwankungen, Sonne und frische Luft angewiesen, andernfalls wird er krank.

Viele domestizierte Pferde leben in Boxen, die gerade mal so groß sind, dass sie sich umdrehen können. Die wenige Zeit, die sie im Freien verbringen dürfen, reicht nicht aus, um ihren Bewegungsmangel auszugleichen (laut Studie legt ein Boxenpferd ca. 0,7 km pro Tag zurück). Die Muskulatur verkümmert, die Hufe werden von exkrementbelasteter Einstreu zerfressen und können so oft nur noch mit Hilfe des Hufbeschlages Leistung vollbringen. Die Blutzirkulation wird durch mangelnden Hufmechanismus (fehlende Bewegung) eingeschränkt, das Hufhorn wächst langsamer und in schlechterer Qualität, die Herzunterstützung fehlt, der Stoffwechsel wird beeinträchtig, weil die Entgiftung über die Hufe nicht mehr funktioniert, Leber und Niere werden überlastet, die Lunge wird durch den Ammoniakdampf angegriffen, die portionierten Mahlzeiten bringen die Verdauung des Dauerfressers durcheinander, lebensnotwendige Darmbakterien sterben, durch fehlenden Sauerstoff entsteht eine Blutübersäuerung, das Fell kann sich auf Grund der fehlenden Temperaturschwankungen nicht richtig und angemessen entwickeln, die Sozialkontakte sind unzulänglich und das Ausleben des Fluchtreflexes nicht möglich.

Ein solcher Zustand nimmt dem Pferd jegliche Lebensgrundlage, die für einen gesunden Organismus essentiell notwendig ist! Die Hufe können nur gesund und leistungsstark werden und bleiben, wenn der Organismus gesund und leistungsfähig ist oder umgekehrt. Naturhufpflege beinhaltet ein ganzheitliches Konzept, was nur mit Optimierung von Haltungsbedingungen, Bewegungsmenge, Fütterung etc. seine volle Wirkung erzielen kann.

Vergleiche: Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du Dein Leben auf einem Dixi-Klo verbringen müsstest (mit ein paar Stunden Ausgang am Tag, an denen Du hart arbeiten musst, mit genügend Platz zum Umdrehen, drei Mahlzeiten pro Tag und einem sauberen Untergrund)? Wie würde sich das auf Deine Gesundheit auswirken?

 

Warum sollte ich meinem Pferd die Eisen abnehmen oder es von den Naturhufpflegern ausschneiden lassen, wenn es doch völlig gesund ist?

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Wenn Dein Pferd wirklich gesunde Hufe hat, braucht es KEINEN Hufschutz. Wildlebende Pferde laufen seit 60 Millionen Jahren täglich 20 - 30 km barfuß in JEDEM Tempo über JEDEN Boden – auch über Geröll und Steine!

Voraussetzung für die Entwicklung solcher Hufe sind genau diese natürlichen Bedingungen: Von Geburt an täglich viele Kilometer Bewegung auf jedem Boden, tägliche „Fußbäder“ an der Tränke und die richtige Ernährung. Bedenke, dass viele Pferde gezwungen werden, große Teile des Tages in ihren eigenen Exkrementen innerhalb eines kleinen Käfigs (Box) zu verbringen, die Ernährung häufig unnatürlich ist und das Pferd sehr oft nur mit weichen Böden in Kontakt kommt.

Vergleiche: Wie weit stimmt der Lebensraum Deines Pferdes mit den natürlichen Bedingungen überein? Wie belastbar sind Deine Fingernägel nach einem mehrstündigen Bad in Ammoniak (Salmiaklösung)?

 

Warum sind so viele Pferde beschlagen oder laufen mit Hufschuhen, wenn das gar nicht nötig ist?

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Wir sind heute daran gewöhnt, für alle Probleme eine schnelle Lösung parat zu haben. Ein nicht artgerecht aufgewachsenes und gehaltenes Pferd geht bei Belastung „fühlig“, das Hufhorn ist weich und brüchig und wir wenden uns der vertrauten Sofort-Lösung zu, indem wir ihm Eisen aufnageln oder Hufschuhe anziehen.

Eisen oder anderer Hufschutz verhindern allerdings auch weiterhin, dass sich der Huf an die von uns gewünschte Belastung anpassen kann, da das Hufhorn vom Kronsaum entsprechend der Belastung gebildet wird. Ein Hufschuh (kein fest angeklebter!) kann ein vorübergehendes Mittel zur Heilung sein oder er kann nötig werden, wenn man das Pferd plötzlich und ohne vorbereitendes Training über härtere Böden reiten will, als man sie zu Hause vorfindet. Durch den Hufschuh ist es möglich, den Huf auf dem Weg des Gesundwerdens zu unterstützen und ihn genau in dem Maße zu schützen, wie er es wirklich benötigt. Bewegt sich das Pferd aber barfuß auf hartem, abriebintensivem Boden, wird am Kornsaum hartes, stabiles Horn produziert, dass einer solchen Beanspruchung ohne Weiteres standhält. Wird der Huf durch einen Hufschutz geschützt, bekommt der Kronsaum die Info, dass qualitativ gutes Horn gar nicht benötigt wird, weil ja auch keine große Beanspruchung/Abnutzung vorliegt! Es dauert also seine Zeit, bis das hochwertige Horn herunter gewachsen ist und sich das Pferd vollständig an die Bodenverhältnisse angepasst hat.

Durch einen Hufschutz können wir das Pferd SOFORT in einer Weise nutzen, der es gesundheitlich (noch) nicht gewachsen ist. Wenn ein Pferd davon keinen Schaden, sondern Nutzen trägt (z.B. weil es mit Hufschuhen geritten werden kann, was das Hornwachstum und damit die Heilung fördert) ist das gut. Aber jeder FEST ANGEBRACHTE Hufschutz schädigt nachweislich die Hufgesundheit und den Gesamtorganismus des Pferdes. Er ist leider nicht dazu geeignet, die Hufgesundheit wieder herzustellen, geschweige denn, sie langfristig zu erhalten. Nähere Infos zu den Auswirkungen von Hufbeschlag findest Du hinter dem Link. Somit ist ein fest angebrachter Hufschutz nicht nur unnötig, sondern im Grunde dasselbe wie Doping – auf Kosten des Pferdes gehen wir unserem Vergnügen nach!

Vergleiche: An welche Belastung sind die Hufe Deines Pferdes gewöhnt? Wie viele Stunden täglich bewegt sich Dein Pferd auf dem Boden, auf dem Du es reiten möchtest?

 

Mein Pferd lebt im Offenstall, war noch nie beschlagen und kann dennoch nicht gut auf hartem und/oder geschottertem Boden laufen. Warum?

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Der Huf passt sich auf Dauer den vorhandenen Gegebenheiten an. Wenn Dein Pferd zum Beispiel in einem eingestreuten Offenstall mit kleiner, befestigter Fläche und Matschauslauf lebt, ist es genau an diese Bodenverhältnisse optimal angepasst. Mehrmals die Woche 1-2stündige Ausritte auf Asphalt oder Schotter sind für Dein Pferd dann ungewohnt.

Wenn Du Dein Pferd TÄGLICH 5-6 Stunden auf hartem oder geschottertem Boden bewegst, werden sich die Hufe in wenigen Monaten darauf eingestellt haben. Sollte es dann, trotz aller Abhärtung, immer noch nicht gut auf diesem Boden zurecht kommen, liegt ein gesundheitliches Problem im Huf vor! Häufig sind die inneren Strukturen eines äußerlich gesunden Hufes nicht ausreichend entwickelt. Dem kann durch naturnahe Hufpflege und den vorübergehenden Gebrauch von Hufschuhen Abhilfe geleistet werden. Nähere Infos zum Komfort von Hufschuhen findest Du hinter dem Link!

Viele unserer Kunden haben ihre Ausläufe oder Durchgänge gepflastert und/oder geschottert, um ihren Pferden ständigen Anreiz auf dem gewünschten Boden zu bieten. Dadurch haben sich die Hufe soweit konditioniert, dass Ausritte problemlos in jeglichem Tempo auf geschotterten Wegen möglich sind!

 

Mein Pferd kann nicht barfuß laufen, die Hufe brechen aus und es geht lahm! Wie soll ich das verhindern?

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Sobald Du die Lebensbedingungen Deines Pferdes änderst und die korrekte Hufform herstellst, wird von diesem Moment an auch anderes Hufhorn gebildet – das allerdings erst in 8-10 Monaten vollständig unten am Tragrand „angekommen“ ist. Solange werden die Hufe Deines Pferdes brüchig, ausgefranst und nicht so belastbar wie gesunde Hufe sein. Du kannst selbst bestimmen, wie schnell oder langsam Du Dein endgültiges Ziel erreichen willst: Je mehr sich Dein Pferd bewegt, umso schneller werden seine Hufe wachsen, weil die Blutzirkulation durch den Hufmechanismus angeregt wird und somit neue „Baustoffe“ in den Huf transportiert werden. Daher arbeiten wir in dieser Übergangszeit mit Hufschuhen, die Deinem Pferd ermöglichen, sich so viel wie möglich zu bewegen. Jeder Schritt ist ein Schritt in Richtung Heilung! Im Stehen wird kein Pferd gesund!

Solch eine Umstellung wird jedoch nur gelingen, wenn die Hufe Deines Pferdes gleichzeitig auch in eine gesunde, physiologische Form gebracht werden. Bestehen falsche Belastungszustände am Huf, kann die Blutzirkulation nicht richtig funktionieren und nicht genug neues Horn nachproduziert werden oder der Abrieb ungleichmäßig sein, weil Teilbereiche des Hufes mehr belastet werden als andere. Ist das der Fall, wird Dein Pferd lahm gehen!

Entscheidest Du Dich für eine Veränderung der Lebensbedingungen Deines Pferdes und eine Hufbearbeitung, welche die Hufe wieder in ihre gesunde Form zurückbringt, verbesserst Du damit die Lebensqualität und -erwartung Deines Pferdes entscheidend und AUF DAUER!

 

Warum haben Pferde, die nach der Naturhufpflege bearbeitet werden, so oft kurze Trachten?

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Wir orientieren uns an der Hufform, die wir bei wildlebenden, gesunden Pferden vorfinden. Diese Form ermöglicht dem Hufbein eine bodenparallele Lage in der Kapsel, was beim Barfußlaufen für optimalen Hufmechanismus, gesunde Durchblutungs- und Belastungszustände im Huf sorgt und dem Pferd so größtmöglichen Komfort bietet.

Die daraus resultierenden, positiven Auswirkungen betreffen den GESAMTEN Organismus des Pferdes. Der Huf ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, er übernimmt auch ganz entscheidende Aufgaben in der Stoßdämpfung, dem Stoffwechsel und der Herzunterstüzung! Ausführliche Informationen dazu findest Du unter dem Punkt Gesunder Huf.

Vergleiche: Wie fühlst Du Dich nach einem Abend auf Stöckelschuhen? Wie fühlt sich Dein Pferd, das seine hohen Schuhe nicht nach ein paar Stunden erleichtert ausziehen kann?

 

Wenn das alles stimmt, dann sind ja mehr als 95 % aller Pferde krank, oder?

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Richtig!

Leider ist es tatsächlich so! Wir kennen heute eigentlich nur noch Pferde mit nicht voll belastbaren, kranken Hufen, ganz gleich, ob sie nun beschlagen sind oder nicht. Ob in Reitsportkatalogen oder in der Fachliteratur (!!!) von Tierärzten und Hufschmieden: Überall sind kranke, deformierte Hufe als anatomisch richtig dargestellt, die dem Tier in der Natur keine Überlebensmöglichkeit bieten würden. In einer Statistik über die Ausfallursache von Sportpferden wurden 83% der Pferde mit Schäden am Bewegungsapparat erfasst. Ein deutlicher Verweis auf den kranken, deformierten Huf, der die Hauptursache für diesen dramatischen, frühzeitigen Verschleiß darstellt und noch nicht einmal mehr den geringsten Anforderungen gewachsen ist.

Aber das sollte Dich nicht daran hindern, Dich weiterhin umfassend zu informieren und dann – nach Kenntnis aller Fakten – eine eigene Meinung zu bilden. Vor zwanzig Jahren hat man Pferdebesitzern, die ihre Tiere im Offenstall gehalten haben, ja auch noch mit dem Tierschutz „gedroht“... 

 

Warum läuft mein Pferd mit Eisen besser als barfuß, wenn das doch „falsch“ sein soll?

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Eisen und erhöhte Trachten schränken den Hufmechanismus und die Blutzirkulation im Huf erheblich ein, dadurch wird eine Art Taubheitsgefühl – ähnlich einem eingeschlafenen Arm oder Bein – erzielt (nachgewiesen durch Dr. C. C. Pollitt in seiner Dokumentation „Equine Foot Studies“). Zusätzlich schafft das Eisen einen Abstand zwischen dem kranken Innenleben des Hufes und den Bodenreizen. Auf diese Weise können kranke Hufe plötzlich wieder schmerzfrei erscheinen und belastet werden. Nicht aber das Barfußlaufen verursacht die Schmerzen, sondern das Laufen auf kranken, deformierten Hufen! Möchtest Du, dass Dein Pferd auf gefühllosen  Hufen durch die Gegend läuft und Dir nicht mitteilen kann, dass etwas nicht in Ordnung ist und damit seiner Gesundheit schadet?

Weiterhin finden wir heute bei vielen Pferden viel zu hohe/lange Eckstreben vor, die bei Belastung auf hartem Boden die empfindliche Lederhaut quetschen und uns signalisieren: „Stopp – auf diesem Boden drückt mir der Stein im Schuh besonders, hier kann ich so einfach nicht laufen.“ Ein Kürzen der Eckstreben in ihre natürliche Lage zurück zeigt verblüffende Wirkung.

 

Warum laufen viele Pferde, denen die Eisen abgenommen werden, plötzlich so viel schlechter als vorher?

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Wenn der Hufmechanismus bei einem – vorher scheinbar gesunden – Pferd wieder optimal funktioniert und die Durchblutung zurückkehrt, fangen die Nerven wieder an zu arbeiten und das Pferd spürt plötzlich seinen Untergrund. Dies kann so ungewohnt sein, dass es zunächst einmal klamm oder sogar lahm geht. (Vergleichbar mit eiskalten, fast erfrorenen Händen, die beim Erwärmen anfangen zu schmerzen, wenn das Gefühl zurück kehrt. Würdest Du daher lieber kalte, gefühllose Hände behalten wollen?)

Wenn das Pferd nach der „Auftauphase“ aber immer noch schlecht läuft oder lahmt, ist das ein Zeichen dafür, dass etwas im Huf nicht stimmt. Schäden und Fehlstellungen, die behoben werden müssen, können tatsächlich mit Schmerzen verbunden sein. In dieser Zeit sollte die Belastung/Nutzung des Pferdes entsprechend angepasst, die Bewegung aber auf keinen Fall verhindert/eingeschränkt werden. Hufschuhe, evtl. mit entsprechenden Einlagen, stellen eine große Hilfe dar. SOLCHE SCHÄDEN WAREN BEREITS VORHANDEN, SIE KÖNNTEN ALLERDINGS JETZT ERST DURCH WIEDER FUNKTIONSTÜCHTIGE NERVEN GEMELDET WERDEN! Was soviel bedeutet wie: Die Schädigung ist nicht durch die Behandlung ENTSTANDEN, sondern lediglich erst jetzt, während des Heilungsprozesses, als Lahmheit und Problem ERKENNBAR GEWORDEN.

Auch kann das Pferd mit Beginn der Behandlung plötzlich anfangen zu husten, das Fell kann sich verändern, es kann munterer oder auch schlapper erscheinen. Das liegt daran, dass mit Wiedereinsetzen des Hufmechanismus eine „Entgiftung“ des Körpers stattfindet. Dieser Prozess kann mit Naturheilmitteln unterstützt werden.

Wie extrem ein Pferd reagiert, hängt jedoch von der Vorschädigung ab. Ein junges Pferd aus Offenstallhaltung wird weniger Probleme äußern als ein Älteres, das viele Jahre beschlagen war und in der Box gehalten wurde.

Dies alles sollte für Dich jedoch kein Grund sein, Deinem Pferd die Behandlung zu „ersparen“. Wenn Du den Weg vom „Couch-Potatoe“ zum Freizeitsportler einschlagen möchtest, um langfristig gesünder zu leben, wirst Du anfangs um den einen oder anderen Muskelkater auch nicht herum kommen.

 

Warum seid ihr Naturhufpfleger so viel teurer als Hufschmiede?

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Das ist so nicht ganz richtig. Der Hufschmied ist nur dann billiger, wenn er Dein Pferd nicht beschlägt. Sobald Du einen gut ausgebildeten Hufschmied holst und einen Beschlag anbringen lässt, wird das wesentlich teurer. Wir bieten Dir zu einem angemessenen Preis unser ganzes Wissen einer rein auf Barhufbearbeitung ausgerichteten Ausbildung, Beratung zum Thema  Haltung, Fütterung, evtl. Reiten usw. Unser ganzheitlicher Ansatz erfordert mehr Zeit und Hintergrundwissen als das, was der Hufschmied bei einem Barhufpferd tut.

Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, dass Dein Pferd nach jeder Behandlung durch uns erkennbar besser läuft – bis es schließlich ganz gesund ist.

 

Wie lange würde es dauern, bis mein Pferd auch auf Schotterwegen barfuß laufen kann?

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Es kann – je nach Gesundheitszustand – ein paar Monate oder auch ein bis zwei Jahre dauern, bis Dein Pferd rundum gesunde Hufe hat. Das Hufbein muss sich höher in der Kapsel aufhängen, die Sohle muss verschwielen und bei vielen Pferden muss das Strahlpolster erst, wie von der Natur vorgesehen, verknorpeln. Wenn Du Dein Pferd an härtere Böden gewöhnen möchtest, solltest Du damit warten, bis wir Dir grünes Licht geben! Vorher arbeiten wir mit Hufschuhen, denn es macht keinen Sinn, einen noch nicht ganz gesunden Huf mit Schotter zu konfrontieren – im schlimmsten Falle kann das zu Entzündung der Sohlenlederhaut führen.

 

 

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