|
||||||||||||||
|
Hohle und Lose Wand gezerrte weiße Linie/ Blättchenschicht
Hinweis: Wenn Du Javascript aktivierst, kannst Du die Bilder durch Anklicken vergrößern!
Auch die gefürchtete „White Line Disease“ (angeblich durch Pilze oder Bakterien ausgelöst) ist, wie die meisten Hufprobleme, ein Ergebnis mangelnder Hornqualität aufgrund von Durchblutungsproblemen oder Überlastung. Durch die schlechte Versorgung der Lederhaut mit „Nährstoffen“ leidet die Qualität des Horns und somit auch die der weißen Linie. Zusätzlich wird die Hufbeinaufhängung oft durch Fehlstellungen partiell überbelastet, wodurch die weiße Linie (das Horn, das das Hufbein mit der Wand verkittet) sich verbreitert und auseinander driftet. Von außen lässt sich so etwas oft an einem „Knick“ in der Wand erkennen. Schaut man unter den Huf, so findet man genau an der Stelle, wo sich die Verbiegung in der Wand befindet, eine gezerrte, verbreiterte weiße Linie. In diesem Fall ist es besonders wichtig, den Huf in seiner eigentlichen Wachstumsrichtung zu unterstützen, indem man durch naturnahe Hufpflege die Hebelkräfte minimiert oder wenn möglich, ganz außer Kraft setzt. Wenn dann (und das lässt sich auch bei sauberster Haltung nicht vermeiden) Bakterien oder Pilze in den entstandenen kleinen Spalt eindringen und statt gesundem, festen Horn loses „gestricktes“ Gewebe mit vielen Lufträumen vorfinden, ist es schnell um die weiße Linie geschehen. Anstatt sinnlos die Keime zu bekämpfen (es ist völlig unmöglich, einen Huf, der ständigen Untergrundkontakt hat, steril zu halten) sollte man die Ursache angehen! Optimiert man die Durchblutungsverhältnisse im Huf und entfernt unnatürliche Hebel, kann das Horn gesund von oben nachwachsen und die weiße Linie sich wieder schließen, obwohl im Boden ja noch dieselben Bakterien leben wie zuvor!
Natürlich ist eine saubere, artgerechte Haltung wichtig ein Pferd, das in seiner eigenen Toilette (genannt Box) leben muss, ist von so vielen Keimen umgeben, dass das Immunsystem ständig überlastet ist. Außerdem wird das Hufhorn (aus Eiweiß bestehend) permanent vom Ammoniak (Urin) angegriffen und zersetzt. So kann sich selbstverständlich kein Huf gesund entwickeln. Auf einer sauberen Weide oder einem gepflegten Paddock ist das Infektionsrisiko sehr viel geringer und das Immunsystem wird gestärkt!
Das Anlegen von Hufverbänden ist übrigens kontraproduktiv: Ein Huf besteht aus Millionen kleinster Hornröhrchen, in denen sich allerhand Bakterien ansammeln können. Es ist absolut unmöglich, diesen längere Zeit keimfrei zu halten (siehe oben). Wenn an einem zwar gereinigten, aber nicht keimfreien Huf ein Verband angelegt wird, entsteht ein feuchtwarmes Milieu, in dem die Bakterien erst richtig in Fahrt kommen und sich vermehren. Um das zu verhindern, werden oft extrem scharfe Medikamente benutzt, die ihrerseits das natürliche (saure) Hufmilieu durcheinander bringen und das Hufhorn schädigen. Ein Pferd, das mit einem Verband gesund wurde, ist nicht WEGEN des Verbandes gesund geworden, sondern TROTZDEM!!!
Nähere Informationen zum Thema Hebelwirkungen findest Du auch unter dem Punkt Risse und Spalten im Horn.
|
|||||||||||||