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Barhufumstellung Fall 2

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Auf dieser Seite wird der Verlauf einer Barhufumstellung vorgestellt. Es handelt sich um einen Vollblutsenior Mitte 20, der nach seiner Karriere auf der Rennbahn im Freizeitbereich eingesetzt wird. Der Wallach war Zeit seines Lebens vorne beschlagen gewesen, da die Pferde auf der Rennbahn schon mit 1 - 2 Jahren beschlagen ins Training gehen. Die Hinterhufe waren unbeschlagen und in einem sehr guten Zustand. Das Pferd stolperte häufig, weil es schlecht über die viel zu lange Zehe abrollen konnte. Der Besitzer hatte schon einmal versucht, sein Pferd komplett auf Barhuf umzustellen, was leider gescheiter war.

Der Beschlag hatte die Hufe über Jahre hinweg massiv geschädigt, so dass sie deformiert und unterentwickelt waren, was das Pferd nach der Eisenabnahme sehr fühlig machte. Um den Hufen den nötigen Schutz und die Möglichkeit sich zu entwickeln zu geben, wurden umgehend Hufschuhe angepasst. Die Bearbeitungsintervalle waren anfänglich alle vier Wochen. Durch die fürsorgliche Pflege der Reitbeteiligung besserte sich der Zustand schnell, so dass das Pferd bald ohne Hufschuhe zurecht kam.

Rechter Vorderhuf mit Beschlag Rechter Vorderhuf mit Beschlag - Der Huf leidet unter Wandverbiegungen.

Hufbeinaufhängung massiv geschädigtDurch die lange Zehe ist die Hufbeinaufhängung massiv geschädigt worden und die Trachten untergequetscht. Der Beschlag balanciert den Huf nicht aus, die pathologische Hufsituation wird dadurch nicht verbessert. Abgesehen davon war das Beschlagsintervall zu lang!

Ballen und Strahl sind völlig verkümmert.Ballen und Strahl sind völlig verkümmert. Das Eisen ist zu kurz um den hinteren Hufbereich korrekt zu unterstützen. Ein optimales Abrollen ist mit diesem Beschlag nicht möglich, da hier leider nicht auf die Hufbalance geachtet wurde!

Rechter Vorderhuf nach BeschlagsabnahmeRechter Vorderhuf nach Beschlagsabnahme - Die falschen Spannungsverhältnissen verursachen in der Mitte einen Kapselriss.

Der Huf ist sehr flachDer Huf ist sehr flach und das Hufbein nah am Boden, was nach der Beschlagsabnahme Fühligkeit verursacht.

Die Sohle weist kein Gewölbe auf.Die Sohle weist kein Gewölbe auf.

 

Nach sechs MonatenNach sechs Monaten und fünf Bearbeitungen hat sich der Huf vollständig regeneriert.

Die Trachten haben sich aufgerichtetDie Trachten haben sich aufgerichtet und die Verbiegung an der Zehe ist heraus gewachsen. Der Huf weist eine harmonische Zehenachse auf.

Das Pferd ist fit.Ballen und Strahl haben sich auch nachträglich noch gesund entwickelt und bieten nun optimale Stoßdämpfung. Das Pferd ist fit, gesund und frei von Stolpern und Fühligkeit!