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„Wildpferd & Huf - mit Brian Hampson“

Im September 2010 war Brian Hampson aus Australien zu Besuch und stellte mit seinem „Brumby Research Talk“ teilweise unser Weltbild als Hufpfleger ganz schön auf den Kopf.

 

Brian Hampson (www.wildhorseresearch.com) und Chris Pollitt (www.laminitisresearch.org), ein bekannter Tierarzt und Wissenschaftler, arbeiten mit einem Team von Wissenschaftlern und tierärztlichen Praktikanten in der Forschungsgruppe „Australian Brumby Research Unit“ der University of Queensland (Brisbane, Australia) an den Wildpferden Australiens.

 

Im Fokus stand das bessere Verständnis der Anatomie der Hufstrukturen und ihrer Funktionsweisen, da dieses Wissen wichtig ist, um die Gesundheit unserer Hauspferde zu verbessern. Vier Jahre lang hat die Forschungsgruppe daran gearbeitet verschiedene Teilbereiche wie Hufform, Hufbelastung, die Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf die Hufgesundheit, Ernährung sowie Bewegungsmuster der Herden über GPS-Tracking zu untersuchen.

 

Dabei wurden fünf verschiedene Populationen von wildlebenden Pferden aus unterschiedlichsten Regionen beobachtet und dokumentiert. Die Pferde wurden z.T. ausgetauscht, d.h. einige Pferde aus einer Region wurden in eine andere gebracht und umgekehrt.

 

Daten von mehr als 450 Pferden wurden gesammelt und die wissenschaftlichen Erkenntnisse nun präsentiert.

 

Auch genetische Untersuchungen wurden nicht außer Acht gelassen.  So wurde belegt, dass die DNA der Brumbys  - gleich aus welcher Region -  zu über 90 % mit dem "Australian Stock Horse" übereinstimmt. (Diese Rasse wurde mühevoll über Generationen gezüchtet...)

 

In seinem Vortrag stellte Brian die Lebensbedingungen der Brumbys dar. Sehr deutlich wurde dabei die Diskrepanz zwischen dem, was Pferde aushalten und überleben können gegenüber dem, was wirklich gesund für sie ist.

 

In der Australischen Wüste gibt es Pferde, die unter extremen Bedingungen leben und deren Wasserstellen z.T. bis zu 65 km von den kargen „Weidegründen" entfernt liegen. Diese Tiere trinken nur ca. alle 2-4 Tage und wandern dann auf sogenannten Pads oder Tracks (Pfaden) die weite Strecke zurück zum Futter! Bei diesen Brumbys fand Brian im Schnitt sowohl die gesündesten, als auch die am meisten erkrankten Hufe Australiens. Ihre Hufe sehen von außen für unsere Augen perfekt aus, aber bei histologischen Untersuchungen zeigt sich, dass die Hufe durch die hohe Beanspruchung auf dem harten Boden Schaden nehmen und keines Wegs immer so gesund sind, wie sie uns scheinen. Einige dieser Pferde haben Hufknorpelverknöcherungen, die Lamellenschicht ist bei vielen durch die dauernde Aufprallwirkung stark geschädigt, gezerrt und über 5mm dick. Eine gesunde Blättchenschicht ist 3,3 mm stark. Diese negativen Eindrücke führen Brian und Chris darauf zurück, dass diese Pferde überwiegend auf hartem Untergrund leben und gezwungen sind, auf diesen Böden extrem weite Strecken zurückzulegen.

 

Noch deutlicher wurden die negativen Auswirkungen des harten Untergrundes bei den Brumbys, die im Lawn Hill National Park in Nordaustralien leben. Hier ist der Untergrund so hart, dass die Pferde permanent auf felsigem Untergrund laufen müssen und nicht wie die oben beschriebenen aus der „Central Desert“ die großen Distanzen zwischen Wasser und Futter auf den zu Sand zermahlenen, vergleichsweise weichen Tracks zurücklegen.

 

Viele dieser Brumbys haben eine eckig abgeschliffene Zehe, bedingt durch die hohe Kilometerleistung auf dem harten Boden oder weil sie in der „Gulf Country“ nach Wasser graben müssen, da in den Flüssen Krokodile lauern. Bei den histologischen Untersuchungen wurden bei vergleichsweise vielen Brumbys chronische Belastungsrehe mit einer Hufwanddicke (Hufwand plus Lamellenschicht plus Lederhaut) von über 19 mm (Vergleich: Normalwerte für Ponies unter 15 mm Wanddicke, Vollblüter 15 mm Wanddicke, Warmblüter 18 mm Wanddicke) so wie Hufknorpelverknöcherungen und Arthrosen anderer Art nachgewiesen. Interessanter Weise, haben die meisten Pferde lateral eine stärker ausgeprägte Hufknorpelverknöcherung. Dies lässt darauf schließen, dass die äußeren Trachte als erste auffußt. Auch konnten Brian und Chris beobachten, dass viele dieser Pferde chronisch lahm waren.

 

Eine andere Population lebt dagegen quasi im Paradies, an einem großen Wasserloch mit üppiger Vegetation im Osten von Queensland an der Golf Küste. Diese Pferde laufen im Schnitt nur etwa 3 km pro Tag, auf weichem und sandigen Untergrund - wildlebende Pferde sind eben genauso faul wie unsere Hauspferde....

Bei dieser Population hängt das Hufbein im Durchschnitt höher (Distanz zwischen der Oberseite des Strecksehnenfortsatzes und des Kronsaum) in der Kapsel (6 mm), weil die Sohle das Gewicht durch den Sandboden mitträgt und das Hufbein so zusätzlich „in Position“ hält.

Bei den Brumbys, die auf hartem Untergrund leben, beträgt die Distanz im Schnitt 10 mm, da hier die Lammellenschicht oft durch den ständigen Aufprall auf hartem Untergrund schaden nimmt und das Hufbein absinkt.

Die Wachstumsrate der Hufe auf dem weichen sandigen Untergrund ist - ganz im Gegensatz zu den Pferden in der Wüste oder aus Lawn Hill - extrem gering. Die Erschütterung und der Aufprall sowie die höhere Schrittzahl lassen den Huf wachsen, nicht so sehr die Mehrdurchblutung der Kapsel durch Hufmechanismus, denn die Hufe der Pferde die auf überwiegend hartem Untergrund leben, weisen eine dickere Kapselwand so wie eine dickere Sohle (18 mm Sohlendicke, Normalwert: 12 mm Sohlendicke) auf. Dies ist die Konsequenz der Lebensbedingungen – use ist or loose it! Unter vergleichbar hohen Belastungen, wie die beim trabenden oder galoppierenden Pferd, fand Brian heraus, dass diese Hufe sehr hart und steif sind und nahezu keinen Hufmechanismus zulassen. Die verkalluste, ebenfalls lasttragende Sohlenschwiele („fester Sohlenrand“ nach der weißen Linie) unterstützt die inneren Strukturen positiv und schützt vor Wandüberlastung. Der Strahl trug auf festem Boden kein Gewicht und berührte den Boden kaum.

 

Die Hufe der Brumbys, die im Osten von Queensland an der Golf Küste leben, haben lange Wandüberstände, sind verbogen und ausgebrochen, weisen dagegen allerdings keine überlastungsbedingte Hufrehe oder Hufknorpelverknöcherungen auf. Sehnenverletzungen konnten hingegen weder auf hartem noch auf weichem und sandigen Untergrund beobachtet werden.

Diese Pferde sind entsprechend gut genährt und haben häufig ernährungsbedingte Hufrehe. Auch hier finden sich (besonders aufgrund der Reheerkrankungen) viele schwer deformierte Hufe. Diesen ist es auch an Hand von verbogenen Wänden, Rissen, White Line Disease, etc. direkt von außen anzusehen, dass sie nicht gesund sind.

 

Im „Channel Country“ (ebenfalls östliches Australien) leben die Brumbys überwiegend in tiefem Sand. Hier ist die Zehe häufig durch die schmirgelnde Wirkung und das Schlurfen ebenfalls gerade abgelaufen. „Channel Country“ heißt dieses Gebiet in Queensland wegen der ausgetrockneten Flussläufe, die das Land durchqueren. In etwas alle 10 Jahre gibt es durch den Monsunregen eine riesige Überschwemmung, bei der das Wasser von der nördlichen Küstenregion durch halb Australien bis zum „Lake Eyre“ fließt. Dann erwacht die Landschaft aus ihrem Schlaf und alles wächst und blüht. Die Brumbys bekommen in dieser Zeit sehr oft heftige Reheschübe und die vorher funktionstüchtigen Hufe deformieren zu langen verbogenen Schnabelhufen. Da diese Pferde an karge Ernährung angepasst sind, entgleist der Stoffwechsel völlig, viele überleben die Rehe nicht.

 

Die Kaimanawa Pferde aus Neuseeland leben auf weichem fruchtbaren Grasland (Vulkanasche) mit ausreichend Wasserangebot (nasser Sumpfboden) auf einem Truppenübungsgeländ im Südwesten der Nordinsel. Ihre Population wird nach Vereinbarung bei ca. 500 Tieren gehalten. Auch hier sind zahlreiche schlimme Hufdeformationen,  White Line Disease mit heftigen Infektionen, Wandverbiegungen mit Hornwanddefekten, Rissen und Spalten so wie ernährungsbedingter Hufrehe, etc. und knöcherner Anomalien zu finden, da diese Pferde immer in einem üppigen Ernährungszustand sind und nur wenige km auf weichem, feuchten Untergrund zurücklegen müssen. Die Lebensbedingungen sind jedoch nicht hart genug, um hier die Pferde mit Hufpathologien durch Selektion zu dezimieren.

 

Die gesündesten Hufe hat eine Population Brumbys, die in einem durchschnittlich komfortablen Wüstengebiet in der Nähe des „Petermann Pound“ lebt. Zum grasen laufen diese Pferde über harte und steinige Böden, wenn sie aber zum Wasser wandern, gehen sie auf Pfaden, die tausende von Tieren über lange Zeit benutzt haben und auf denen die Steine zu Sand zermahlen sind. Diese Pferde zeigen über alle Böden großen Laufkomfort und zeigen wenige Deformationen im Huf.

 

Was ebenfalls interessant war, ist, dass der dorsale Zehenwandwinkel bei allen Brumbys zwischen 53 und 57 Grad lag. Es konnten keine wesentlichen Unterschiede zwischen Winkelung und Länge an den Vorderhufen festgestellt werden, so wie das bei domestizierten Pferden häufiger der Fall ist (ein steiler Huf z.B. Bockhuf, ein flacher Huf - wobei zu beachten ist, dass die Rassenvielfalt unter den Hauspferden eine Rolle spielt). Auch waren keine deutlichen Unterschiede in der medialen und lateralen Winkelung festzustellen. Der Kronsaumwinkel betrug bei den Brumbys in Durchschnitt zwischen 18 und 21 Grad, der palmare Winkel lag zwischen 3 und 5 Grad (bei den Pferden, aus der sandigen Region an der Golf Küste, sogar 8 Grad). Das Sohlengewölbe ist bei sämtlich Brumbys höher als bei domestizierten Pferden.

 

Auch wurden (unvollständige) Messungen durchgeführt, die den Feuchtigkeitsgehalt der Hufwand wiedergeben sollten. Dieser lag gemäss dieser Untersuchung konstant bei 28 %, ganz gleich ob es sich um die Kaimanawa Pferde aus den Sumpfgebieten Neuseelands oder die Wüstenbrumbys handelt. D.h. die Hornwand ist kaum in der Lage, Feuchtigkeit von außen aufzunehmen, anders dagegen die Sohle, diese wird weich und krümelt bis zu einem bestimmten Grad heraus. Dies würde erklären, warum viele Pferde bei dauerhafter Nässe mit Fühligkeit reagieren.

 

 

Brumby Tausch Studie:

 

Im Verlauf der Studien wurden Pferde ausgetauscht. Das heißt, dass Pferde aus dem Wüstengebiet in das „Paradies“ von Queensland gebracht wurden und umgekehrt.

Dieses Experiment brachte folgende Ergebnisse:

Die Wachstumsrate der Hufe passt sich sofort an, was bedeutet, dass die Hornproduktion direkt von der Schrittzahl abhängt. Die Wüstenbrumbys, die in das „Paradies“ gebracht wurden, produzierten ab diesem Zeitpunkt extrem wenig Horn, die Hufe der „Paradies-Brumby“ die ins Wüstengebiet umzogen, haben sich innerhalb von 4 Monaten umgeformt in Wüstenbrumbyhufe und sind in dieser Zeit fast komplett durchgewachsen (Hufzyklus ca. 5 Monate).

Die ins Wüstengebiet gebrachten Brumbys schlossen sich nicht ausreichend an die dortigen Herden an und fanden nicht heraus, wo die Weidegründe liegen, sondern sind nah am Wasserloch geblieben. Sie wären verhungert, wenn die Menschen nicht eingegriffen hätten. Ein einziges Pferd schloss sich den Herden lose an, ging aber immer wieder eigene Wege und wäre daher über kurz oder lang auch verhungert. Das zeigt, dass die „Landkarten“ in den Köpfen der Pferde ihr Überleben sichern und Pferde, die nicht in diesen Gebieten aufgewachsen sind, keine Chance haben.

Die Wüstenbrumbys, die in das „Paradies“ gebracht wurden, bewegten sich dort genauso wenig wie die einheimischen Pferde und wurden extrem fettleibig. Wie die Hufe sich entwickeln, kann man noch nicht sagen, da die Studie zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war. Man kann aber davon ausgehen, dass sie sich über längere Zeit genauso umformen und schließlich aussehen wie die Hufe der Pferde, die schon immer in Queensland leben. Ebenfalls wird vermutet, dass diese Pferde massive Stoffwechselstörungen wie z.B. EMS entwickeln.

 

 

Diese Beobachtungen lassen in unseren Augen folgende Schlüsse zu:

 

- die Wachstumsrate des Horns hängt direkt mit der Belastung bzw. Schrittzahl zusammen (dies wurde auch durch das Austauschexperiment bestätigt)

- der von außen schönste Huf ist nicht zwangsläufig der gesündeste, manche Schäden sind nur durch Gewebeproben sichtbar

- die Hufform wird nicht oder nur in sehr geringem Maße von der Genetik bestimmt (alle Brumbypopulationen sind Araber/Halbblut- Mischlinge und genetisch quasi identisch, der einzige genetische Unterschied zu den domestizierten Pferden ist der, dass die Wüsten-Brumbys bereits im Mutterleib eine größere Lamellendichte im später stark beanspruchten Zehenbereich aufweisen)

- der Huf wird von der Umgebung geformt, je nachdem, auf welchen Böden das Pferd lebt

- aufgrund verschiedener Beobachtungen (auch an Eseln und Zebras) geht Brian Hampson im Moment davon aus, dass die optimale Wegstrecke pro Tag für ein Pferd ca 8 km beträgt. Dies muss noch weiter untersucht werden.

- die besten (also gesündesten) Hufe erhält man durch gemischte Böden

- eine weitere interessante Beobachtung: Brumbyhufe, die sich durch Rehe massiv verformt haben, finden NICHT von selbst durch Abrieb zurück in ihre ursprüngliche Form, auch nicht bei großer Kilometerleistung!

- die üblichen Herdenkonstellationen sind Familiengruppen aus drei bis max. sieben Pferden. Mehr Pferde kann ein Hengst unter diesen Lebensbedingungen nicht verteidigen

- bei den Wüstenbrumbys werden die Stuten mit ca 15-20 Jahren aus der Herde ausgestoßen, wenn sie nicht mehr tragend werden. Diese raue Sitte gibt es anscheinend nur bei den Brumbys, die Mustangs in den USA tun das nicht, dort sind die Lebensbedingungen weniger hart.

- die älteste bekannte Stute war 33 Jahre. Häufigste Todesursache: Verhungern, weil u.a. die Zähne zu stark abgenutzt sind (Sand in der Nahrung)

- die Vermehrung der Brumbys ist erstaunlich. Trotz widriger Bedingungen verdoppelt sich die Population alle 4 Jahre! Dies spricht vor allem dafür, dass die Pferde extrem hart im Nehmen sind.

 

 

Wir hoffen, dass die australische Studie in den nächsten Jahren ergänzt wird durch entsprechende Studien an anderen Wildpferdepopulationen. Man darf bei allen Ergebnissen nicht vergessen, dass das Pferd in Australien nicht heimisch ist, sondern vom Menschen dort eingeführt wurde und dass es dort keine Fressfeinde gibt. Die einzige natürliche Bedrohung für die Pferde ist die Dürre, die alle paar Jahre auftritt und die Population um bis zu 75% dezimieren kann.

Die einzige sonstige Bedrohung stellen Männer mit Gewehren in Hubschraubern dar.

Es bleibt also abzuwarten, was andere Studien an anderen Pferden in anderen Lebensräumen ergeben.

Wie hoch ist z.B. die Reherate dort? Wieviele Hufdeformationen sind dort zu finden und wieviele gesunde Hufe? Wie alt werden die Pferde, wieviele Kilometer laufen sie und auf welchen Untergründen? Wie stark vermehren sie sich?

Die Studie an Mustangs, Konik, Przewalskipferden, wildlebenden Sorraias und vielen mehr zu wiederholen wird sicher der einzige Weg sein, um herauszufinden, wie wir die Hufgesundheit unserer Hauspferde weiter verbessern können.

Bis dahin orientieren wir uns weiterhin an einem sehr zuverlässigen Signal: dem Laufkomfort der Pferde.

Umso mehr gilt es, dass wir als Pferdebesitzer genau hinsehen und auch kleine Anzeichen ernst nehmen. Stolpert unser Pferd mehr als andere? Hat es Probleme auf harten Böden?

Jedes Detail kann ein entscheidender Hinweis sein auf ein Haltungs-, Fütterungs- oder Hufpflegeproblem das es zu beheben gilt.

Optische Gesundheit, schöne, runde, gleichmäßige Hufe mit breitem Strahl sind offensichtlich kein Garant für innere Gesundheit. Wenn ein Pferd mit dieser Hufform nicht klarkommt, muss es gestattet sein, andere Wege auszuprobieren, um dem Tier zu helfen.

 

 

GPS-Tracking an Hauspferden

 

Brian Hampsons Wildpferde-Studie wurde z.T. durch GPS-Tracking unterstützt. D.h. die Pferde tragen ein Halsband mit einem GPS-Sender, der ihre Bewegungen aufzeichnet.

Dieses Verfahren wurde dann auch an Hauspferden wiederholt, um herauszufinden, welche Paddockform und -größe die Pferde zu mehr Bewegung anregt.

 

Dabei ergaben sich folgende Werte:

Pferde, die auf einer rechteckigen Weide gehalten wurden, bewegten sich um so mehr, je größer die Weide war, allerdings steigerte sich die Bewegungsmenge nicht mehr nennenswert, wenn die Weide größer als 4 ha war.

Paddock 6x6 m = 1,1km

Weide 0,8 ha = 4,7km

Weide 4 ha = 6,1km

Weide 10 ha = 7,2km

Weide 40.000 ha (Wildpferde) = 17,9km (Durchschnittswert Wüstenbrumbys, nicht vergleichbarer Wert aufgrund anderer Ausgangsbedingungen)

Pferde, die in einem Tracksystem lebten, bewegten sich tagsüber mehr, als in rechteckigen Paddocks, nachts bewegten sie sich allerdings weniger, vermutlich weil sie Angst hatten, den Elektrozaun in der Dunkelheit zu berühren. In der Gesamtstrecke gab es daher keinen statistisch relevanten Unterschied.

Neugeborene Fohlen legen, wenn die Möglichkeit besteht, ab ihrem ersten Lebenstag ca. 7,3 km täglich zurück. Die Besonderheit bei Fohlen ist, dass sie diese Strecke in hohem Tempo (Trab, Galopp und Renngalopp) zurücklegen. Brian geht davon aus, dass in diesem Alter sowohl das Tempo als auch die Menge an Bewegung extrem wichtig sind für die Entwicklung des gesunden Bewegungsapparates sowie gesunder Hufe.

Im Vergleich legen Sportpferde bei 30-40 min Training ca. 1- 2,4 km Strecke zurück, Galopper 2- 3 km pro Tag, was bedeutet, dass sich Pferde, die außerhalb der Trainingszeit in der Box oder Paddockbox leben, weniger bewegen, als Pferde, die nicht arbeiten, aber dafür in einem entsprechenden größeren Paddock leben.

Vorteile des Race-Track-Systems sind also, dass die innenliegenden Flächen geschont und als Weide oder zur Heugewinnung verwendet werden können und dass man mit wenig Aufwand unterschiedliche Böden schaffen kann, auf denen die Pferde laufen. Die höchste Laufstrecke würde man erreichen, wenn man die Pferde tagsüber im Track und nachts in einem größeren offenen Bereich halten würde.